(bindungsorientiert, wissenschaftlich fundiert & ohne Schlaftraining)

„Mein Baby schläft so schlecht – mache ich etwas falsch?“
Diese Frage stellen sich sehr viele Eltern. Oft nachts. Oft erschöpft. Oft mit Schuldgefühlen.

Die gute Nachricht: 

Unruhiger Babyschlaf ist normal.
Und: Du bist damit nicht allein.

In diesem Artikel erfährst du,

  • wie Babyschlaf sich biologisch entwickelt

  • was Hebammen heute empfehlen

  • warum viele gängige Schlafmythen Eltern verunsichern

  • und was deinem Baby wirklich hilft


Babyschlaf: Warum er ganz anders funktioniert als Erwachsenenschlaf

Babys kommen unreif zur Welt – neurologisch, emotional und körperlich.
Das betrifft auch ihren Schlaf.

Typisch für Babys im ersten Lebensjahr:

  • kurze Schlafzyklen (ca. 30–50 Minuten)

  • häufiges Aufwachen

  • Einschlafen mit Unterstützung

  • nächtliches Nähebedürfnis

 Entwicklungsforscher zeigen:
Babys können sich nicht selbst beruhigen – sie brauchen Co-Regulation.

 Das ist kein Problem, sondern Biologie.


Was Hebammen über Babyschlaf sagen

Hebammen erleben täglich, wie sehr Eltern unter unrealistischen Erwartungen leiden.

Sie betonen:

  • Babys wachen nicht auf, um zu „testen“

  • Schlaf ist keine Fähigkeit, die man trainieren muss

  • Nähe hilft Babys, ihr Nervensystem zu regulieren

 Ein Baby, das häufig aufwacht, zeigt kein Fehlverhalten –
sondern ein gesundes Bindungsverhalten.


5 hartnäckige Babyschlaf-Mythen – und was wirklich stimmt

❌ Mythos 1: „Babys müssen lernen, alleine zu schlafen“

Fakt: Babys lernen Schlaf in Beziehung, nicht in Isolation.

❌ Mythos 2: „Durchschlafen ist ein Entwicklungsziel“

 Fakt: Auch viele Kleinkinder wachen nachts auf – völlig normal.

❌ Mythos 3: „Wenn ich reagiere, gewöhne ich es an“

 Fakt: Feinfühliges Reagieren stärkt Sicherheit & Urvertrauen.

❌ Mythos 4: „Mein Baby wacht auf, weil es mich manipuliert“

Fakt: Babys handeln nicht strategisch – sie kommunizieren Bedürfnisse.

❌ Mythos 5: „Schlafprobleme entstehen durch falsche Gewohnheiten“

 Fakt: Schlafentwicklung ist individuell & nicht linear.

 Sehr gut erklärt in Schlafen statt Schreien.


Was Babys beim Schlafen wirklich hilft

Hebammen und bindungsorientierte Fachpersonen empfehlen:

  • Einschlafen mit Begleitung

  • Nähe (Tragen, Stillen, Kuscheln)

  • ruhige Übergänge

  • altersgerechte Erwartungen

 Nähe senkt Stresshormone – bei Babys und Eltern.

 Auch Das glückliche Baby beschreibt,
wie Nähe Schlafqualität langfristig unterstützt.


Schlaf & Entwicklung: Warum Rückschritte normal sind

Viele Eltern berichten:

„Gerade lief es gut – und plötzlich schläft mein Baby wieder schlechter.“

Das ist häufig verbunden mit:

  • Entwicklungsschüben

  • motorischen Fortschritten

  • Trennungsangst

  • Zahnen

 Laut Babyjahre verläuft Entwicklung nicht linear.

 Schlechtere Nächte sind oft Zeichen von Wachstum, nicht von Problemen.


Wann es sinnvoll ist, Unterstützung zu holen

Manchmal braucht es mehr als Durchhalten.

Unterstützung kann entlasten, wenn:

  • Schlafmangel stark belastet

  • Unsicherheit oder Angst entsteht

  • Druck von außen groß wird

  • ihr euch alleine fühlt

Eine Schlafberatung darf:

  • bindungsorientiert sein

  • individuell begleiten

  • Eltern stärken – nicht korrigieren


Was Eltern nicht brauchen: Schlaftraining & Druck

Viele Hebammen raten klar von Methoden ab, die:

  • Weinen ignorieren

  • Nähe verwehren

  • Eltern gegen ihr Bauchgefühl handeln lassen

❌ Schlaftraining
❌ „Aushalten lassen“
❌ Vergleich mit anderen Babys

✔️ Beziehung
✔️ Feinfühligkeit
✔️ Begleitung


Fazit: Guter Babyschlaf entsteht durch Sicherheit – nicht durch Kontrolle

Dein Baby schläft nicht „schlecht“.
Es schläft babytypisch.

 Du darfst:

  • dein Baby begleiten

  • auf dein Gefühl hören

  • Hilfe annehmen

Schlaf ist kein Ziel, das erreicht werden muss.
Schlaf ist ein Prozess – in Beziehung.


 Weiterführende Literatur & Quellen

  • Herbert Renz-Polster – Schlafen statt Schreien

  • Remo H. Largo – Babyjahre

  • William Sears – Das glückliche Baby

  • Bindungs- & Säuglingsforschung zur Co-Regulation

(häufig empfohlen von Hebammen & Elternberater:innen)