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13.06.2020
Gesunder Babyschlaf

“Schläft dein Baby schon durch?”

ist für viele Mütter eine unangenehme Frage und das Durchschlafen des Babys ein Tabuthema. Häufig macht man sich als Mutter viel zu großen Druck, sollte der Säugling nächtlich noch mehrmals munter werden und „Alarm schlagen“. Doch wann ist Durchschlafen „normal“? Wie soll man als Eltern reagieren, wenn das Baby nicht schlafen möchte und wie kann ich als Mutter einen gesunden Schlaf für mein Baby fördern?

Im folgenden Artikel werde ich auf jene Fragen, die mir am häufigsten bezüglich Babyschlaf gestellt werden, eingehen.

Ab wann schläft mein Baby durch?

Viele Eltern stellen sich die Frage, ab wann denn das Kind eine ganze Nacht durchschläft bzw. ohne Unterstützung wieder einschlafen kann, um selbst zur Ruhe kommen zu können. Hierzu kann ich zuerst einmal sagen: Nur Geduld! Bitte vermeide Stress diesbezüglich, sowohl bei dir, als auch bei deinem Baby. Es entscheidet selbst, wann es durchschlafen möchte, aber ich kann dich beruhigen, der Tag kommt bestimmt! J Es ist wichtig, auf die Bedürfnisse des Babys einzugehen und nichts erzwingen zu wollen. Die meisten Babys jedoch schaffen es bereits nach den ersten paar Lebensmonaten, schon mehrere Stunden am Stück pro Nacht zu schlafen und finden nach kurzem Aufwachen zwischendurch wieder alleine in den Schlaf. Stelle dich jedoch darauf ein, dass eine Nachtruhe von mehr als 5 Stunden am Stück in den ersten Lebensmonaten eher unwahrscheinlich sein wird.

Wie hoch ist die durchschnittliche Schlafdauer pro Tag?

Je nach Alter ist die durchschnittliche Schlafdauer pro Tag unterschiedlich. Gerade in den ersten Monaten werden diese Stunden Schlaf auf mehrere Portionen aufgeteilt. Drei Etappen täglich sind hier üblich. Schläft dein Baby noch mehrmals am Tag jeweils ein paar Stunden, nutze die Zeit und mach auch du ein Nickerchen (gerade in den ersten Monaten, wo die Nachtruhe für gewöhnlich nicht lange anhält, kann dies „lebensrettend“ sein). Versuche also, die Schlafenszeit deines Babys auf dich abzustimmen und nutze diese Zeit zur Entlastung.

Für die durchschnittliche Schlafdauer pro Tag kann man folgende Richtwerte für die ersten Lebensmonate heranziehen:

Alter

Schlafdauer in Stunden

0 bis 3 Monate

ca. 17 Stunden

3 Monate

ca. 14,5 Stunden

6 bis 12 Monate

ca. 14 Stunden

18 Monate bis 2 Jahre

ca. 13,5 Stunden

 

Welche Einschlafrituale begünstigen ein sanftes und angenehmes Einschlafen?

Um das Einschlafen deines Babys so angenehm wie möglich zu gestalten, ist es wichtig herauszufinden, was für dein Baby gut funktioniert. Sorge dafür, dass die letzte Stunde vor dem Schlafengehen stressfrei und angenehm verläuft. Versuche, diese Stunde täglich ähnlich zu gestalten, damit dein Baby zu verstehen lernt, dass nun die Schlafenszeit gekommen ist. Schaffe ein Einschlafritual, an welches sich dein Baby gewöhnen kann und durch welches es ein Gefühl von Sicherheit bekommt. Dies kann zum Beispiel eine Babymassage, ein warmes Bad vor dem Zu-Bett-gehen oder ein Gute-Nacht-Lied sein. 

Grundsätzlich gilt auch hier, immer auf die Bedürfnisse des Babys so gut wie möglich einzugehen. Wenn dein Baby also vor dem Einschlafen quengelt, schenke ihm deine Aufmerksamkeit. Oftmals suchen Babys einfach nur die Nähe der Eltern und gerade vor dem Einschlafen darf diese nicht zu kurz kommen. Nimm dir genügend Zeit zum gemeinsamen Kuscheln und schenke ihm dadurch Geborgenheit und Sicherheit, wenn es danach verlangt.

Wie kann ich einen gesunden Schlaf meines Babys fördern?

Um den Schlaf deines Babys zu fördern, ist ein geregelter Tagesablauf wichtig. Tägliches Spazierengehen an der frischen Luft tut dir und deinem Baby gut und fördert einen gesunden Nachtschlaf. Vor dem Zu-Bett-gehen und deinen Einschlafritualen kannst du bereits die Müdigkeitssignale deines Säuglings erkennen und richtig deuten. Typische Müdigkeitssignale sind Gähnen und Augenreiben, hinzu kommt noch Unruhe oder Quengeln. Diese Signale bedeuten für dich, dass es für dein Baby langsam Zeit für das Bettchen ist.  

Mit diesen Tipps steht einem angenehmen und erholsamen Schlaf für deinen Liebling nichts mehr im Wege. Möchtest du eine individuelle und auf dein Baby oder Kleinkind abgestimmte Schlafberatung, dann findest du hier weitere Informationen dazu: Baby- und Kleinkindschlafberatung

 

 

 

16.05.2020
Sauberkeits”erziehung”

Über Windel(frei) und das sauber werden

Beim Abschied von der Windel gibt es zwei Herangehensweisen die unterschieden werden. Das eine ist die Sauberkeitserziehung und das andere die Ausscheidungkommunikation (elimination communication) also Windelfrei. Im Folgenden werde ich näher darauf eingehen:

Windel(frei) und Ausscheidungskommunikation

Windelfrei bedeutet nicht zwangsläufig die Babys ohne Windel zu lassen. Viel mehr liegt der Fokus auf einer intuitiven Kommunikation zwischen Eltern und Baby. Die meisten Babys signalisieren ab der Geburt bis ca. 6 Monate, wenn sie mal „müssen“ und die Eltern halten ihr Baby anschließend ab. Die meisten Babys haben eine (Stoff-)Windel an. Babys geben in der Regel Feinzeichen von sich die darauf schließen das es mal muss, man kann dem Baby eine Art Brücke mit gewissen Lauten bauen, damit es weiß wann das Töpfchen, die Schüssel oder das Waschbecken bereit steht und es den Dingen freien Lauf lassen kann. Es ist kein Training. Eltern gehen dem Bedürfnis des Babys „sich nicht schmutzig machen“ zu wollen nach. Nicht jedes Pipi oder große Geschäft geht in das Töpfchen. Manche Babys wollen nachts nicht geweckt werden, sodass dafür ohnehin Windeln benötigt werden. Babys die windelfrei aufwachsen, gehen bewusster mit dem Sauber werden um. Wenn die Eltern kein Training daraus gemacht haben. Und brauchen in der Regel früher als nicht windelfrei Babys keine Windel mehr. Verpasst man allerdings den Zeitpunkt bis 6 Monate so verlernen Babys auf dieses Bedürfnis zu hören. Da nie darauf reagiert wurde, ist es scheinbar nicht so wichtig und wir trainieren somit unseren Kindern erst einmal, die Aufmerksamkeit auf das sauber werden, ab. Um in der westlichen Welt, und den Wettergegebenheiten entsprechend abhalten zu können, gibt es einige nützliche Utensilien, die den Alltag mit einem Windelfrei Baby erleichtern. Es gibt gut geeignete Töpfchen als auch eigens für das Abhalten produzierte Stoffwindeln. Da Stoffwindeln je nachdem, welches System man verwendet, ein Gefühl von Nässe hinterlassen, wenn das Baby in die Windel gemacht hat, können Babys besser darauf schließen, dass das Pipi/Kacka nicht einfach verschwunden ist, sondern hier ist und sauber gemacht werden muss. Es etwas Natürliches ist und bauen über diesen Weg zur Sauberkeit eine Beziehung zum Kind auf. Wegwerfwindeln funktionieren so gut, dass kein Nässe oder Schmutzgefühl entwickelt wird. Stoffwindeln können diesen Nässeschutz genauso leisten, jedoch können wir anhand der Einlagen selbst entscheiden, wie viel Nässe wir unserem Kind zumuten möchten. Bei einer Wegwerfwindel ist das „selbst Produzierte“ komplett aus dem Leben des Babys verschwunden. Spätestens, wenn wir als Eltern ab einem gewissen Alter möchten, das unsere Kinder auf den Topf oder die Toilette gehen, so ist der natürliche Prozess erstmal mehr als befremdlich. Und der Weg sich ein verlerntes normales Bedürfnis wieder anzueignen, ein meist längerer ist als würden wir den intuitiven windelfreien Weg wählen. Wo wir nun bei der Sauberkeitserziehung im eigentlichen Sinne landen:

 

Sauberkeitserziehung – der Abschied von der Windel

Unter Sauberkeitserziehung versteht man, das Abgewöhnen der Windel, hin zum Töpfchen oder zur Toilette. „Erziehung“ ist ein fehlgeleitetes Wort, wir müssen unserem Kind keinen normalen Prozess unseres Körpers anerziehen. In vieler Köpfe ist verankert das Babys und Kleinkinder ihre Blase noch nicht unter Kontrolle hätten. Nun haben wir bis dato nicht auf das Bedürfnis „ich muss mal“ reagiert und möchten, das Bedürfnis Pipi/Kacka wieder an das Kind knüpfen und als natürlichen Prozess erklären. Wir waren vielleicht schon Vorbild, und zeigten unserem Kind häufig die Toilette und saßen selbst vor ihm darauf. Wir erklären und vereinfachen unserem Kind den Abschied von der Windel, indem wir es ihm durch geeignete Sitzverkleinerungen, Toilettensitze und einfach an- und ausziehbare Bekleidung erleichtern. Töpfchen stehen genau dort wo sie hingehören, nämlich neben der Toilette oder zumindest im Badezimmer, wenn neben der Toilette kein Töpfchen Platz hat. Die Privatsphäre muss auch hier gegeben sein.

Kinder im Sommer im Garten nackig laufen zu lassen, ist eine gute Idee, vorausgesetzt das Kind möchte das. So könnte ein Bezug zum selbst produzierten Pipi aufgebaut werden. In der Art „schau mal Mama“ was ich gemacht habe. Ein wertschätzender Umgang ist enorm wichtig. Also wann ist nun der perfekte Zeitpunkt, um auf die Windel zu verzichten? Dann, wenn dein Kind sagt es möchte auf den Topf/ die Toilette. Anstatt des Lobes, welches ursprünglich für Hundetrainings (Konditionierung) entworfen wurde, lassen wir unsere Kinder stolz ihr Pipi / Kacka selbst die Toilette hinunterspülen. Ein kleiner Schritt für uns, ein großer Schritt für unsere Kinder in die Selbstständigkeit. Darüber können wir uns mit den Kindern freuen, anstatt zu loben. Um euch den Druck der Gesellschaft und ihren Ansichten zu nehmen, es kann bis zu 5 Jahre dauern, bis die Blase zuverlässig kontrolliert werden kann. Bei Windelfrei Kindern geht es in der Regel schneller, weil sie bereits wissen, das die Toilette / das Töpfchen dazu gehört. Um sich von der Nachtwindel verabschieden zu können, dauert es in der Regel länger. Auch hier werde ich keine genauen Angaben machen, denn unsere Kinder sind individuell und es gibt keinen genauen Fahrplan.

Mancher Prozess im Gehirn spielt eine große Rolle beim Sauber werden, und „Windelfrei“ sowie die „Sauberkeitserziehung“ werden zwischenzeitlich durch Entwicklungsschübe unmöglich gemacht; so lässt sich auch erklären, warum es Zeiten gibt, wo das aufs Töpfchen/ auf die Toilette gehen einmal besser, einmal schlechter funktioniert. Von Töpfchen und Toiletten Trainings jeglicher Art ist daher abzusehen. Ein Kind anzuleiten und zu zwingen die Toilette/ den Topf zu benutzen, obwohl es das nicht möchte, oder gar nicht muss, kann psychische Folgen nach sich ziehen; einen schlechten Zugang zur Sauberkeit entwickeln und eine Verzögerung beim Abschied von der Windel hervorrufen. Pipi oder Kacka darf niemals als etwas Ekliges dargestellt werden. Das Verhalten der Eltern stellt in diesem Aspekt eine wichtige Beziehungsgrundlage dar. Der Sauberkeitsprozess hängt im entferntesten Sinne mit der Sexualität des Menschen zusammen und kann aus diesem Grund eine Störung im Liebesleben auslösen.

Beide Sauberkeitsvarianten bedingen eines, nämlich die Geduld, die Vorbildfunktion, das Erlernen der Selbstständigkeit, die beziehungsvolle Pflege (siehe Emmi Pikler) und die Kommunikation. Bei dem einen früher, beim anderen später. Aber immer sind diese die Basis, um sich von der Windel zu verabschieden. Wir verhelfen unserem Kind zur Selbstständigkeit. Ein wichtiger Loslöseprozess, mit großer Wirkung auf das gesamte Leben unserer Kinder.

Wie nun Windelfrei (von 0-6 Monate) oder der Abschied von der Windel ab Kleinkindalter begonnen wird, und wie du deinem Kind und dir selbst den Weg dorthin erleichtern kannst, erfährst du Online oder Vorort innerhalb einer: Windel(frei)beratung